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AOP „Appellation d’origine protégé“ AOP „Appellation d’origine protégé“

AOP „Appellation d’origine protégé“

Die geschützte Ursprungsbezeichnung (g. U.) (französisch „Appellation d’origine protégé“) ist eine europäische Herkunftsbezeichnung, die 1992 von der Europäischen Kommission geschaffen wurde. Sie schützt die Bezeichnung von Produkten, deren „Erzeugung, Verarbeitung und Herstellung in einem bestimmten geografischen Gebiet nach einem anerkannten und festgelegten Verfahren erfolgen muss“.

Die Hauptbestimmungen des Vorschriftenkataloges lauten:
> die Milchkühe fressen im Frühjahr und Sommer ausschließlich Pflanzen der Jurawiesen und im Winter Heu, das auf dem Hof produziert wurde; Silofutter ist verboten
> der Einsatz von jeglichen Lebensmittelzusatz- und Farbstoffen ist verboten;
> die Milch der Montbéliard-Kühe und der Rasse Simmentaler (Simmental française) muss roh verwendet werden;
> die Reifezeit muss mindestens 4 Monate betragen.

Die charakteristischen Merkmale dieser geschützten Produkte sind also eng verbunden mit ihrem Herkunftsgebiet. Für den Verbraucher sind sie am AOP-Siegel klar zu erkennen. Die EU-Rechtsvorschrift (die innerhalb der Europäischen Union fest verankert ist und auf internationaler Ebene über bilaterale Vereinbarungen immer weiter ausgeweitet wird) stellt sicher, das ausschließlich Produkte, die tatsächlich aus der betreffenden Region kommen, mit dieser Herkunftsbezeichnung auf den Markt kommen. Die Gesetzgebung wurde 1992 verstärkt, mit dem Ziel, das Renommee regionaler Spezialitäten zu schützen, unlauteren Wettbewerb zu verhindern und den Verbraucher vor der Täuschung durch nachgeahmte Produkte zu schützen, die möglicherweise von minderer Qualität sind oder nicht den typischen Geschmack aufweisen. Die Rechtsvorschriften schützen Erzeugnisse wie z. B. Weine, Käsesorten, Schinken, Würste, Oliven, Biere, Früchte, Gemüse, ja sogar regionale Brotsorten.

Lebensmittel wie z. B. Gorgonzola-Käse, Parmesan, Asiago, Camambert aus der Normandie und Champagner können unter dieser Herkunftsbezeichnung auf den Markt gebracht werden, sofern sie ausschließlich aus der genannten Region kommen. Um beispielsweise als Roquefort bezeichnet werden zu dürfen, muss der Käse aus der Milch bestimmter Ziegen- oder Schafsrassen hergestellt werden und in einer natürlichen Höhle im Umkreis der Stadt Roquefort in der französischen Region Aveyron gereift sein, in der er mit den Sporen des in diesen Höhlen wachsenden Edelpilzes (Penicillium roqueforti) „verunreinigt“ wird. Dieses Schutzsystem, das darauf abzielt, Zusammenschlüsse regionaler Erzeuger zu fördern, ähnelt der Bezeichnung „Appellation d’origine contrôlée“ (AOC), die in Frankreich verwendet wird, der „Denominazione di Origine Controllata“ (DOC) für italienische Weine, der „Geschützten Ursprungsbezeichnung“ in Deutschland, der Bezeichnung „Districtus Austria Controllatus » in Österreich, der „Denominación de Origen Calificada“ (DOCa) in Spanien und der „Denominação de Origem Protegida“ in Portugal... (Liste nicht erschöpfend)