COMTÉ

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Die Kunst des Vesperns

20. August 2008

Einst gehörte das kleine selbst zubereitete nahr- und schmackhafte Vesper – bei den Bayern ist es die Brotzeit, die Österreicher nennen es Jause und die Schweizer Znüni – täglich auf den Speiseplan. Auf den Tisch beziehungsweise ins Butterbrotpapier eingewickelt kamen etwa zünftig knuspriges Bauernbrot, Radieschen und Tomaten, Hartwurst und natürlich Käse. Heuer machen Imbiss-Kost und Powerriegel „für Zwischendurch“ der kalten, herzhaften Mahlzeit Konkurrenz.

Das ist ein Fehler. Denn das traditionelle Vesper ist nicht nur gesünder, sondern auch vielfältiger – und kann sogar regelrecht zelebriert werden, wie das Beispiel Japan zeigt: Im fernen Asien werden die kleinen, kalten Mahlzeiten für die Pause liebevoll und im regelrechten Wettbewerb der Macher zubereitet. „Bento“ heißt das japanische Zauberwort. Bento ist Aushängeschild und sogar eine Art Liebesbeweis – von dem, der es gemacht hat an den, für den es gemacht ist. Dabei achten die japanischen Bento-Macher – vorwiegend sind es die Mütter – nicht nur auf die Qualität und den Wohlgeschmack des Vespers, sondern auch auf die Ästhetik und Anordnung der Zutaten. Das ist eine Kunst für sich.

Doch ein Blick über den Tellerrand auf den japanische Bento-Kult lohnt. Er mag inspirieren zu eigene Vesperkreationen, zu fantasievollen Pausenbroten für die Kinder oder den Snack des Liebsten oder der Liebsten. Man stelle sich vor: Der Magen knurrt. Ein Griff zur Klickbox aus Plastik – und schon beim Öffnen kommen einem Düfte entgegen, von Orangenbrot oder mit Zwiebeln belegten und im Ofen goldgelb gebratenen Baguettechips, von gegrillten, mit Mandelblättern bestreuten Crevetten, von mit Olivenöl beträufelten Auberginen oder süß-saftigen Melonenscheiben.

Dazu passt Comté-Käse in jeder Form und in jedem Reifegrat. Lecker machen sich beispielsweise Käsewürfeln aus reiferem, nach Kräutern duftenden Comté und als Belag, in feine Scheiben geschnitten entfaltet der cremige, jüngere Comté seine ganze Zartheit, die auf der Zunge zergeht. Alles hübsch und purzelsicher angeordnet, mit einem Gruß des Liebsten versehen oder von der Mama mit einem kleinen Glücksbringer für die Englischarbeit ausgestattet – so wird jedes Vesper zum kulinarischen und ästhetischen Genuss.

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