Gut für Mensch und Tier – und den COMTÉ
COMTÉ und Tierwohl

Gut für Mensch und Tier – und den COMTÉ

Milchbauern sind die ersten Akteure im Tierschutz

02. Juli 2021


Wenn die Milchkuh und der Milchbauer ein starkes Team auf einem überschaubar großen Bauernhof bilden, steht das Wohlbefinden von Tier und Mensch im Dienste der Qualität des Produkts und damit im Mittelpunkt. Daher wird das Wohlergehen der Tiere im Bereich der COMTÉ-Produktionskette anhand von fünf Grundregeln gewährleistet, die für alle COMTÉ-Bauernhöfe gelten.

Diese fünf Grundregeln, man kann sie regelrecht als Grundrechte der Tiere bezeichnen, lauten:
1. Nicht unter Durst oder Hunger leiden zu müssen;
2. keine Unannehmlichkeiten ertragen zu müssen;
3. im Falle von Verletzungen, Schmerzen oder Krankheiten versorgt zu werden;
4. die arttypischen Verhaltensweisen ausleben zu können und 
5. nicht unter Angst oder Qualen zu leiden.

Die Einhaltung dieser Tierrechte haben sich die COMTÉ-Milchbauern ohnehin seit vielen Jahren zur Pflicht gemacht. Doch nun wollten die Produzenten den Tierschutz in das neue Pflichtenheft einfließen lassen und damit auch für die gesamte Welt sichtbar machen, welch hohen Stellenwert das Wohlergehen ihrer Tiere für die Milchbauern der Region Franche-Comté hat.

Die Montbeliard- und Simmentaler Kühe werden seit jeher mit Futter aus der Region und mit Ergänzungsfutter ohne Silage oder GVO gefüttert. Es ist vorgeschrieben, dass sie - sobald die Bodenverhältnisse dies zulassen – auf der Weide stehen müssen. Dies ist zweifellos der größte Respekt, der diesen Wiederkäuern gebührt. Die zukünftigen Vorgaben gehen aber noch weiter: Die jeder einzelnen Kuh zustehende Weidefläche wird nun von 1 ha auf 1,3 ha erhöht und die Produktivität der Herde wird auf 8.500 Liter Milch pro Kuh pro Jahr begrenzt.

Die Kuh als Verbündete des Menschen

Nun mag man sich fragen, woran man erkennt, dass eine Kuh glücklich ist. Die zuständige Tierärztin und Osteopathin kennt die Antwort: "Sie steht wiederkäuend, meist ruhig und friedlich auf der Weide und ist selbstbewusst im Umgang mit Menschen und vielfach sogar neugierig". Milchbauern, die ihre Aufmerksamkeit regelmäßig darin schulen, schon die ersten schwachen Signale ihrer Schützlinge bei Unwohlsein zu erkennen, sind die erste Bastion des Tierwohls und teilen sie mit ihrer Herde das Vergnügen, im Herzen der Natur zu sein. Eine Natur, zu deren Erhalt sie im Team im Bewusstsein beitragen, dass die Kuh seit jeher Verbündete des Menschen in der Franche-Comté ist. Ohne sie gäbe es keine Wiesen mehr, keine Rohmilch und viel weniger Artenvielfalt.

Tatsächlich ist das Wohl des Milchbauern essentiell an das Wohl seiner Tiere geknüpft. Und so erstaunt es nicht, dass in der Franche-Comté jeder Bauer seine Kühe beim Namen kennt. Dies ist ein Zeichen für die gute Beziehung zwischen ihnen und für die Freude, mit den Tieren zusammen zu sein.

Im Pflichtenheft sind etwa folgende Maßnahmen zum Wohle der Tiere festgelegt: Jedes Tier benötigt seinen eigenen Platz zum Schlafen und Füttern, ebenso zum Liegen und Fressen, das sind mindestens 6 m2 im Stall. Es muss trockene und flexible Einstreu sowie sauberes Wasser nach Belieben in sauberen Trögen verfügbar sein. Auf den Weiden muss ebenfalls eine kontinuierliche und unbegrenzte Wasserversorgung sichergestellt sein. Es müssen Zugangswege bestehen und die Möglichkeit für die Tiere, sich im Sommer Schatten zu suchen und sich vor schlechtem Wetter zu schützen.


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