Mutter-Sohn-Connection in die Zukunft
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Mutter-Sohn-Connection in die Zukunft

Claudine und Ludovic Cagnon sind ein eingespieltes Team

03. März 2024


Es ist 5 Uhr 45 in der Früh - Zeit zum Melken für Ludovic Cagnon. Nur wenige Minuten später gesellt sich seine Mutter Claudine hinzu und packt im Stall mit an. Gemeinsam führen Mutter und Sohn den „GAEC Cagnon“ in Damprichard im Haut-Doubs seit der Vater 2019 in Rente ging. Bald wird der Betrieb, der seit drei Generationen in Familienbesitz ist, ganz an den Sohn übergeben.

Gegründet wurde der „GAEC Cagnon“ ursprünglich von Edmée und Agile Cagnon. Nach einem arbeitsreichen Leben übergaben sie den Hof an ihren Sohn Gilles und seine Frau Claudine. Als Gilles am 1. Januar 2019 in Rente ging, trat sein Sohn Ludovic an seiner Stelle in den Betrieb ein und unterstützt seitdem die Mutter nach Kräften. Bei den Cagnons, wie auf vielen Höfen in der Region, ist es eine tief verwurzelte Tradition, als Familie zu arbeiten und den Hof an die Nachkommen weiterzugeben.

Nachdem er mit der Arbeit im Stall an diesem Morgen fertig ist, serviert Ludovic Kaffee auf dem Bartisch im Wohnraum des riesigen Bauernhauses, das er zusammen mit seiner Frau Léa vollständig renoviert hat. Hinter ihm steht das farbenfrohe Laufgitter von Alvine, ihrer sechs Monate alten Tochter. Dieser junge Vater steht gerade am Beginn von zwei neuen Abenteuern: zum einen die Vaterschaft und zum anderen die Übernahme des Familienbetriebs. Claudine, seine Mutter, ist inzwischen 60 Jahre alt und wird in 18 Monaten in Rente gehen. Sie freut sich darauf, mehr Zeit für ihre zehn Enkelkinder zu haben und mit ihrem Mann auf Wanderschaft zu gehen. Doch bis dahin heißt es noch: An die Arbeit! Zum Glück teilen sich Mutter und Sohn die Aufgaben gut auf.

Laufen zum Stressabbau

Ludovic engagiert sich sehr für die Zukunft des Betriebs, auf dem heute 43 Kühe und etwa 45 Färsen auf 72 Hektar, alles Dauergrünland, gehalten werden. Zum Ausgleich und zum Stressabbau geht er regelmäßig laufen. “Man gibt sowas nicht gerne zu, aber ich bin ein ziemlicher Stresser", gesteht der junge Mann. Sobald er zwei Stunden Zeit abknapsen kann, zieht er sich die Turnschuhe an. "Das Laufen macht mir den Kopf frei“, sagt er. Auch wenn er seine Karriere als Lkw-Fahrer begann, hat sich Ludovic immer als Bauer gefühlt. "Ich bin hier geboren, ich habe hier gelebt. Ich war immer in der Branche tätig." Durch seine Erfahrungen im Vertretungsdienst auf anderen Bauernhöfen hat er sich dort bewährte Verfahren abgeschaut. Das hilft ihm heute auf dem eigenen Hof sehr. Seine Frau Lea liebt die Welt der Viehzucht und schätzt den Kontakt, den ihr ihre Stelle als Verkäuferin auf dem Bauernhof bietet. Am Wochenende bastelt das junge Paar in dem großen Haus und empfängt gerne Freunde und Verwandte oder fährt zu ihnen. Manchmal haben sie das Gefühl, mit 300 km/h unterwegs zu sein... „Aber am Sonntag ruhen wir uns aus", versichert Ludovic mit einem Lächeln.


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