Prächtiges Futter, komfortable Unterbringung und ein bisschen Genetik
Erfahrungsbericht eines Gewinners

Prächtiges Futter, komfortable Unterbringung und ein bisschen Genetik

Wie die Brüder Bonvalot den AOP-Preis gewannen

14. April 2024


Pascal Bonvalot leitet zusammen mit seinem Bruder Régis das Gaec Bonvalot im Örtchen Terres de Chaux. Kürzlich gewannen die beiden den Prix AOP auf der Messe in Saint-Hippolyte, einem Dorf im Doubs-Tal. Welche Maßnahmen die Brüder in ihrem Betrieb ergriffen haben und wie sich das Ganze ausgewirkt hat, erfahren Sie hier.

Jedes Jahr wird unter den Milchbauernhöfen des Jura und des Doubs der sogenannte AOP-Preis an jenen Betrieb verliehen, der bei der Fütterung seiner Kühe am autonomsten ist, d. h. die Zufuhr von außen am stärksten minimiert. In diesem Jahr haben die Brüder Bonvalot den Sieg abgeräumt, die sich zwar mächtig ins Zeug gelegt hatten, aber nicht wirklich mit einem Sieg gerechnet hatten. Um so größer war dann die Freude bei der Preisverleihung.

Mit seiner kräftigen und klaren Stimme und nicht ganz ohne Stolz erklärt Pascal Bonvalot, wie er und sein Bruder mit einfachen, aber wirksamen Methoden die Selbstversorgung ihrer Kühe erhöht haben. Fünfundfünfzig Milchkühe und sechzig Färsen leben auf dem Hof und produzieren 380.000 Liter Milch pro Jahr. Diese Milch wird an die Genossenschaft Valoreille geliefert wird, deren Vizepräsident Pascal wiederum ist. Der Betrieb erstreckt sich über 110 Hektar, wovon 45 Hektar um den Stall herum liegen und 11 Hektar mit Getreide (Weizen und Gerste) bepflanzt sind.

Außer diesem Getreide füttern die Brüder ganzjährig zusätzlich 206 g Ergänzungsfuttermittel (Getreide und Eiweißfuttermittel) pro Liter Milch pro Kuh. Anderes Fremdfutter lehnen sie ab, "außer 2019, als wir etwas zu wenig hatten", sagt Pascal. Grundsätzlich strebe der Betrieb nach Nahrungsmittelautonomie, wozu man sich stark auf die Verbesserung der Weideflächen und des darauf entstehenden Futters konzentriere. "Jedes Jahr werden fünf Hektar Wiese innerhalb der Fruchtfolge neu eingesät, um Pflanzensorten zu integrieren, die für die Futterqualität günstig sind und Trockenheit besser überstehen", erklärt der Landwirt aus dem Doubs. Auch werde das Heu in Rundballen geerntet, wobei der erste Schnitt recht früh, Ende Mai, erfolgt, um der Qualität den Vorzug vor der Quantität zu geben.

Darüber hinaus arbeiten die beiden Züchter auch an der Genetik ihrer Herde. Pascal, der zwölf Jahre lang Vorsitzender eines Komitees war, kennt sich in diesem Bereich bestens aus. “Wir wählen die Bullen für die Besamung vorwiegend nach Produktivitäts-Kriterien aus. So erhalten wir Montbéliardes, die etwas mehr Milch produzieren."

Der letzte Hebel, den die Bonvalot-Brüder einsetzen, um die Futterautonomie und die gute Produktion ihrer Montbéliardes zu fördern, ist das Wohlbefinden der Kühe. "Eine Kuh, die sich in ihrer Unterkunft wohlfühlt, ist wie wir Menschen in einem guten Bett: Sie fühlt sich dort wohl. Und folglich gibt sie gute Milch", sagt Pascal Bonvalot zufrieden lächelnd. Einfache Rezepte, präsentiert von einem Bauern, der nicht damit gerechnet hatte, den Preis für Ernährungsautonomie zu erhalten. Außer ein bisschen vielleicht. Denn als Pascal im letzten Jahr mit seinem Betrieb den dritten Platz beim AOP-Preis belegte, dachte er, dass er im nächsten Jahr vielleicht, womöglich, unter Umständen…. Und nun? Gewonnen!


zurück