Rohmilchkäse – was heißt das eigentlich?

Rohmilchkäse – was heißt das eigentlich?

17. Juli 2017


Dass der COMTÉ ein Rohmilchkäse ist, hat sich inzwischen herumgesprochen. Doch was das genau bedeutet, können die wenigsten Käseliebhaber erklären. Deshalb wollen wir hier ein wenig Aufklärung zu einem heiklen und mitunter kontrovers diskutierten Thema bieten. Soviel aber vorweg: Unsere fleißigen Milchproduzentinnen, die schönen Montbéliard-Kühe, haben fast das ganze Jahr viel Auslauf auf den saftigen Weiden des Jura Massivs, wo sie ausschließlich Gras und Kräuter fressen. Nur im Winter, bei Schnee, sind sie im Stall und werden mit Heu gefüttert. Kein Silofuttter, kein Kraftfutter. Die Milch, die die Kühe in ihren Eutern erzeugen, wird nach dem Melken unverändert und unbehandelt, also ohne Erhitzen oder Mikrofiltrierung, für die COMTÉ-Produktion verwendet. Durch diese Art der Verwendung bleiben alle Aromastoffe, Vitamine und übrigen Nährstoffe in der Milch erhalten.

Die Verwendung von Rohmilch hat in den letzten Jahren immer wieder zu Diskussionen geführt, da ihre Gegner die sehr seltenen Fälle bakterieller Verunreinigung ins Feld führen, um sie in Verruf zu bringen. Tatsächlich kann Rohmilch mit krankheitserregenden Mikroorganismen belastet sein, allerdings hängt dies mit der Fütterung und dem Gesundheitszustand der Tiere sowie der Hygiene im Stall und beim Melken zusammen. Bei den Bauern, in den Käsereien sowie in den Reifekellern von COMTÉ herrschen allerdings so strenge Hygienevorschriften und Kontrollen, dass eine Keimbelastung entdeckt würde. Für Säuglinge, Kleinkinder, Schwangere sowie alte und abwehrgeschwächte Menschen ist Rohmilch dennoch nicht zu empfehlen. Demgegenüber treten die gesundheitlichen Vorzüge unverarbeiteter Milch hervor, wie der höhere Nährwert, der Gehalt an wertvollen Enzymen und Antikörpern und gesunden Laktobazillen, die zu einer vermehrten Abwehrbereitschaft gegen Krankheiten führen und die bei einer Pasteurisierung der Milch abgetötet werden.

Vor einigen Jahren gab es eine Bestrebung der EU-Kommission, Rohmilchkäse zu verbieten, welche von den drei französischen Großmolkereien eifrig unterstützt wurde, die ihrem pasteurisierten Käse Marktvorteile verschaffen wollten. Dem rebellischen Geist unserer französischen Nachbarn ist es zu verdanken, dass wir in der EU noch immer  Rohmilchkäseköstlichkeiten wie den COMTÉ genießen dürfen, unterstützt vielleicht von ein wenig britischem Eigensinn, denn auch Prinz Charles trat dem Protest gegen das Rohmilchkäseverbot bei. Zum Glück.


zurück