Die Fruitière von Grange-de-Vaivre

Die Fruitière von Grange-de-Vaivre

Bio aus Überzeugung

Manchmal beginnt eine große Geschichte mit einer kleinen Gruppe von Menschen und einer gemeinsamen Überzeugung. So war es auch in Grange-de-Vaivre. Ende der 1990er-Jahre wollten einige Bio-Landwirte ihre Milch nicht einfach nur biologisch erzeugen – sie wollten daraus auch Käse herstellen, der ihre Haltung konsequent widerspiegelt.

1998 nahm die Idee Gestalt an. Bernard Roc, später bis 2014 Präsident der Genossenschaft, stellte zu einem sehr fairen Preis ein Grundstück direkt gegenüber seinem Hof zur Verfügung. Gemeinsam mit Claude Alixan und Gérard Mouquod setzte er alles daran, eine eigene Kooperative aufzubauen.

Doch dafür brauchte es mindestens sieben Mitglieder. Neben sechs Milchviehbetrieben gehörte deshalb auch der Imker Guy Bailly zu den Gründungsmitgliedern. Was sie verband, war ihre Überzeugung vom ökologischen Landbau – und das zu einer Zeit, als Bio noch längst nicht den Stellenwert hatte, den es heute besitzt.

Denn wirtschaftlich war dieser Weg damals keineswegs selbstverständlich. Für einen Liter Biomilch wurde kaum mehr bezahlt als für konventionell erzeugte Milch, gleichzeitig war Bio-Futter teuer und nicht immer einfach zu beschaffen. Trotzdem hielten die Gründer an ihrer Idee fest.

Eine der jüngsten Fruitières der COMTÉ-AOP

Die Fromagerie du Val de Loue, wie der Betrieb zunächst hieß, gehört zu den jüngsten Genossenschaften innerhalb der COMTÉ-AOP. Zu Beginn wurden dort rund eine Million Liter Milch verarbeitet.

Nach und nach kamen weitere Mitglieder hinzu – darunter auch drei Betriebe, deren Milch zuvor nicht für die Herstellung von COMTÉ bestimmt gewesen war. Heute verarbeitet die Genossenschaft rund 3,7 Millionen Liter Biomilch. Und längst entsteht daraus nicht nur COMTÉ. Vor etwa 15 Jahren wurde die Produktion um Morbier und weitere Käsesorten erweitert. Heute gehören neben Bio-COMTÉ auch Bio-Morbier, Tomme und Raclette zum Sortiment.

Inzwischen vereint die Genossenschaft 13 landwirtschaftliche Betriebe, deren Geschichten und Strukturen durchaus unterschiedlich sind. Manche werden von der nächsten Generation alteingesessener Bauernfamilien geführt, andere von Menschen, die ursprünglich weder aus der Landwirtschaft noch aus der Region stammen. Was sie verbindet, ist die gemeinsame Idee.

Ein neuer Anfang nach schwierigen Jahren

2019 stand die Genossenschaft vor einer weiteren großen Herausforderung. Die bestehende Käserei musste modernisiert und an neue Anforderungen angepasst werden. Die Entscheidung für einen Neubau fiel – doch die Umsetzung erwies sich als alles andere als einfach.

Drei Jahre lang bestimmten Verzögerungen und immer neue Schwierigkeiten die Bauphase. Vor allem dem damaligen Präsidenten Pierre-Émile Bigeard waren viel Geduld, Beharrlichkeit und Mut abverlangt, bis die neue Produktionsstätte schließlich im Juli 2022 ihren Betrieb aufnehmen konnte.

Die neue Käseproduktion befindet sich heute in einem Erweiterungsbau. Die Räume der ehemaligen Käserei wurden sinnvoll weitergenutzt: als Besprechungsraum, Sozialräume, Umkleiden und zur Vorbereitung von Bestellungen.

Nach den turbulenten Baujahren ist inzwischen wieder Ruhe eingekehrt.

„Wir tun viel dafür, den Zusammenhalt untereinander zu stärken“, erklärt der heutige Präsident Anthony Sage. Das ist umso wichtiger, weil die Höfe zum Teil weit auseinanderliegen und ihre Betreiber ganz unterschiedliche Lebenswege mitbringen.

Gemeinschaft als Grundlage

Ganz abgeschlossen ist die Entwicklung der Fruitière allerdings noch nicht. Als Nächstes sollen die Reifekeller modernisiert sowie die Kläranlage vergrößert und erneuert werden. Auch für den angeschlossenen Laden sind weitere Veränderungen geplant. Doch bei allen baulichen und technischen Entwicklungen bleibt etwas unverändert: die Idee, mit der alles begann.
Gemeinsam aus biologisch erzeugter Milch hochwertige Käse herzustellen und dabei Verantwortung für Landwirtschaft, Region und Gemeinschaft zu übernehmen.

Die Fruitière von Grange-de-Vaivre zeigt damit auf besonders anschauliche Weise, was das genossenschaftliche Prinzip innerhalb der COMTÉ-AOP bedeutet: Jeder Hof hat seine eigene Geschichte, jeder Betrieb seinen eigenen Charakter – aber am Ende entsteht aus vielen Einzelnen etwas Gemeinsames.

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